Μαντικές και μαγικές-πνευματιστικές πράξεις στη Λευκάδα (Journal article)

Τσαγγαλας, Κωνσταντίνος Δ.


In diesem Artikel werden, hauptsachlieh ausvolkskundlicher Sicht, zwei mantisch-magische Handlungen untersucht, die auf der Insel Lefkada wahrend einer Feldforschung niedergeschrieben wurden. Es handelt sich im Grunde genommen um Varianten spiritistischer Sitzungen, die aber zum Brauch geworden sind und jedes Jahr bei bestimmten christ- lichen Feiertagen, hauptsachlieh in der Zeit der Sommersonnenwende, von Madehen und Frauen ausgeiibt wurden. Der magisch-mantische Zweck dieser Handlungen ist das Zitieren und die Befragung bestimmter Tofengeister hauptsachlieh uber die Heiratsaussichten, den zukiinftigen Brautigam etc. Bei der ersten Variante geben die hypothetischen Totengeister ihre diesbezuglichen Antworten durch das Anklingen eines Eheringes, der an einem Frauenhaar befestigt ist, am Rande eines nicht ganz mit Wasser geftillten Glasses. In dem Fall handelt es sich um eine Verflechtung von Motiven und Elementen 1. der Daktyliomantie (Fingerring- wahrsagung), 2. der Hydromantie (Wasserwahrsagung) und 3. des spiritistischen Rituals. Zum Vergleich werden auch ahnliche mantiseh -magische Brauche angeftihrt, die von anderen europaischen Volkern gepflegt wrerden oder wurden. Ausserdem werden auch Angaben ver- schiedener Schriftsteller der Spatantike liber ahnliche mantisch-magische Handlungen kommentiert. Bei der zweiten Variante geben angeblich die Geister ihre Antworten durch das bekannte Tischklopfen und Tischrucken. Zu diesem Zweck wird ein dreifussiges Tischchen verwendet. In dem Fall uberwiegen die Elemente des in Nordamerika (Hydeswille 1848) enstandenen mo- dernen Spiritismus, der sich bekanntlich schnell nach Europa fortpflanz- te. Ausser den wenigen traditionellen mantisch-magischen Elementen dieser Handlung werden auch die neueren spiritistischen Elemente und Motive kommentiert. Beide Varianten coexistierten auf Lefkada und wurden von densel- ben Tragern ausgeiibt. Die erstere (Ringwahrsagung mit spiritistischen Eleraenten kombiniert) ist wohl hinsichtlich des Rituals alter und ent- halt mehrere einheimische traditionelle Elemente. Darum ist sie wohl langer (bis 1958 ungefahr) lebendig erhalten geblieben. Die leztere (Totengeisterbeschworung am Tischchen) ist, abgesehen von einigen traditionellen Elementen, eine echte Ausserung des modernen Spiri- tismus. Spiritismus ist im weiteren Sinne eine sehr alte Erscheinung, die vielen Volkern der Antike bekannt war. Aueh in der neueren Zeit exi- stierte er in verschiedenen Varianten, ehe die sogenannte spiritistische «Tischepidemie» ausbrach. In Griechenland ist Spiritismus (allerdings im weiteren Sinne und mit einer anderen Form sowie Funktion) auf die homerische Zeit zuriickzuftihren. Im Fall der lefkadischen Varianten ist eine Entwicklung und Um- wandlung der modernen spiritistischen Sitzungen zu traditionellen brauchtiimlichen mantisch-magischen Handlungen zu bemerken. Diese Umwandlung des Modernen zum Traditionellen und umgekehrt oder, besser gesagt, das Wechselspiel der Bezjehungen zwischen Mode und Tradition ist sicherlich eine merkwurdige, interessante Erscheinung.
Institution and School/Department of submitter: Πανεπιστήμιο Ιωαννίνων. Φιλοσοφική Σχολή. Τμήμα Ιστορίας και Αρχαιολογίας
Keywords: -
URI: http://olympias.lib.uoi.gr/jspui/handle/123456789/6103
Publisher: Πανεπιστήμιο Ιωαννίνων. Φιλοσοφική Σχολή. Τμήμα Ιστορίας και Αρχαιολογίας
Appears in Collections:Τόμος 16 (1987)

Files in This Item:
File Description SizeFormat 
4. Μαντικές και μαγικές.pdf1.26 MBAdobe PDFView/Open



 Please use this identifier to cite or link to this item:
http://olympias.lib.uoi.gr/jspui/handle/123456789/6103
  This item is a favorite for 0 people.

Items in DSpace are protected by copyright, with all rights reserved, unless otherwise indicated.